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Dezember 12, 2017

Monsanto hat an „unabhängigen“ Studien über Glyphosat fleißig mitgeschrieben — Puppenspieler — Sott.net


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© Reuters / Yves Herman
Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zur Unkrautbekämpfung in Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und Privathaushalten eingesetzt. Die Verwendung ist jedoch hoch umstritten.

Monsanto löste mit seinen „Roundup Ready“ Samen und dem Herbizid namens „Roundup“ eine landwirtschaftliche Revolution aus. Als erste Kritik an dem Produkt aufkam, verwies der Konzern gerne auf unabhängige Studien. Doch interne Mails erhärten nun den Verdacht, dass Monsanto an einigen Studien fleißig mitgeschrieben hat.

Die Fähigkeit, Unkraut zu töten, während die wünschenswerten Kulturen intakt bleiben, machte das Produkt Roundup, mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat, zu einer der weltweit am häufigsten verwendeten Pflanzenchemikalie. Als erste Kritiker anmerkten, dass es eventuell gesundheitsschädlich sei, verwies der Chemiekonzern darauf, dass der Wirkstoff von unabhängigen Stellen überprüft worden sei. Doch nun gibt es offenbar neue Beleg dafür, dass diese Überprüfungen nicht so unabhängig waren, wie angegeben.

Wie Bloomberg Buinessweek berichtet, zeigen Dutzende von internen Monsanto-E-Mails, wie das Unternehmen zusammen mit einer externen Beratungsfirma versuchte, die wissenschaftliche Zeitschrift „Critical Reviews in Toxicology“, zu Deutsch „Kritische Rezensionen in Toxikologie“ zur Veröffentlichung, einer angeblich „unabhängigen“ Gesundheits-Studie von „Roundup“ zu bewegen. Die E-Mails wurden am 1. August von Anwälten, die gegen Monsanto prozessieren, veröffentlicht.

Die im Jahr 2016 erschienene Studie sollte die Bewertung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) entkräften, wonach Glyphosat vermutlich krebserzeugend ist. Die Bewertung der IARC führte dazu, dass Glyphosat als Karzinogen gelistet wurde. Monsanto gab unterdessen zu, dass es die Beratungsabteilung von Intertek Group Plc, ein Unternehmen, dass sich auf Qualitätssicherung spezialisiert hat, dafür bezahlt habe, die Studie mit dem Titel „Eine unabhängige Überprüfung des karzinogenen Potentials von Glyphosat“ zu entwickeln. Den Vorwurf der Manipulation lehnt Monsanto jedoch ab.

Monsanto bestreitet unter anderem, dass die Experten, die für die Studie verantwortlich waren, von Monsanto direkt kontaktiert wurden. In einer Erklärung des Unternehmen heißt es:

Das Experten-Panel wurde von Intertek rekrutiert, es wirkte beratend für Intertek und wurde nicht direkt von der Firma Monsanto kontaktiert,

so die Erklärung des Unternehmens.

Zudem hätten

Weder irgendwelche Monsanto-Firmenmitarbeiter noch irgendwelche Anwälte eines der Manuskripte des Experte-Panels vor der Einreichung an die Zeitschrift geprüft.

Monsantos interne E-Mails erzählen jedoch eine andere Geschichte. Die Korrespondenz belegt, dass der Leiter der Abteilung Wissenschaftsregularien, William Heydens, und andere Monsanto-Wissenschaftler stark an der Organisation, Überprüfung und Bearbeitung von Entwürfen beteiligt waren, die von den externen Experten eingereicht wurden. Heydens soll sogar bei einigen Punkten sein Veto eingelegt haben.

So soll zum Beispiel einer der Experten, John Acquavella, ein Epidemiologe an der Aarhus Universität in Dänemark, geschrieben haben, dass „eine umfangreiche Revision des zusammenfassenden Artikels notwendig“ sei. Er habe auch Änderungsvorschläge in seiner Mail mitgeschickt. Ashley Roberts, der Koordinator der Glyphosat-Papiere für Intertek, soll die Mail von Acquavella zusammen mit den Änderungsvorschlägen an Heydens weitergeleitet haben. Mit der hinzugefügten Warnung:

Bitte werfen Sie einen Blick auf das Neueste aus der Epidemiologe Gruppe !!!!

Heydens soll die Änderungswünsche von Acquavella überarbeitet haben. Monsanto verteidigt dennoch die Unabhängigkeit der Studie. Man habe nur „kosmetische Bearbeitung“ betrieben und nichts „substantielles“ verändert, so Scott Partridge, Monsantos Vizepräsident für globale Strategie bei Monsanto.

Doch in der Wissenschaftsgemeinde mehrt sich der Unmut über das Vorgehen von Monsanto. Die redaktionelle Beteiligung des Unternehmens erscheine „in direkter Opposition zu der Vereinbarung“, sagte Genna Reed, eine Wissenschaftlerin und Politikanalytikerin bei der Union des Zentrums für Wissenschaft und Demokratie. „Es scheint ziemlich verdächtig zu sein“, so Reed.

Auch der Chefredakteur der „Critical Reviews in Toxicology“, Roger McClellan, zeigt sich in einem Brief an die Herausgeber des Magazins besorgt:

Das sind ernsthafte Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Publikationskanon und sie verdienen eine sehr sorgfältige Untersuchung,

schrieb McClellan. Und weiter:

Ich kann Ihnen versichern, dass Taylor und Francis, als Verleger und ich als wissenschaftlicher Redakteur der Kritischen Rezensionen in Toxikologie, die Angelegenheit sorgfältig untersuchen und entsprechende Maßnahmen ergreifen werden.

Eine Sprecherin von Taylor & Francis bestätigte, dass eine Untersuchung begonnen habe. Weitere E-Mails zeigen zudem, dass der Name von Monsantos führender Toxikologin, Donna Farmer, als Co-Autorin einer Studie aus dem Jahr 2011 über die Fortpflanzungseffekte von Glyphosat entfernt wurde, aber nicht bevor sie wesentliche Änderungen und Ergänzungen an ihrem Dokument vornahm. Die in Taylor & Francis „Journal of Toxicology und Environmental Health“ veröffentlichte Studie, diente dazu, den Befunden zu begegnen, dass Glyphosat die menschliche Reproduktion und Entwicklung beeinträchtige.

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