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Oktober 24, 2017

„Erst durch die Existenz von ‚Planet Nine‘ macht unser Sonnensystem wirklich Sinn“


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Künstlerische Darstellung von Planet Nine der die Sonne in der 20fachen Distanz des bislang äußersten Planeten Neptun umkreist, dessen Umlaufbahn um die Sonne ebenfalls dargestellt ist. (Illu.)

Copyright: ESO/Tom Ruen/nagualdesign

Pasadena (USA) – Die Hinweise auf die Existenz eines weiteren großen, bislang jedoch noch nicht entdeckten Planeten am äußeren Rand unseres Sonnensystems mehren sich zusehends. Eine Bestandsaufnahme der bereits vorliegenden indirekten Beweise für diesen neunten Planet zeigt sogar, dass der Aufbau unseres Sonnensystems und die Eigenschaften seiner Körper schwieriger zu erklären wären, wenn es den postulierten Planeten nicht geben würde.

Zwar handelt es sich bislang lediglich um indirekte Hinweise auf den Planeten – hauptsächlich sind dies die Schwerkraftauswirkungen des postulierten neunten Planeten auf andere Körper im äußeren Sonnensystem – aber die Sachlage werde zusehends eindeutiger, zeigt sich Konstantin Batygin vom California Institute of Technology (Caltech) überzeugt. Nachdem der Astronom Scott Sheppard schon seit Jahren in Merkmalen von Umlaufbahnen sogenannter transneptunischer Objekte und Zwergplaneten Hinweise auf einen weiteren Felsplaneten sieht (…GreWi berichtete), haben Batygin und sein Kollege Mike Brown diese Berechnungen konkretisiert und auf den von ihnen als “Planet Nine” bezeichneten Himmelskörper heruntergebrochen.

Demnach hätte dieser Planet in etwa die 10-fache Masse unserer Erde und würde die Sonne etwa 20 mal so weit umkreisen wie der bislang äußerte Planet Neptun.

“Es gibt mittlerweile fünf empirische Faktoren, die für die Existenz von Planet Nine sprechen”, so Batygin. “Würde man diese Erklärung ausschließen und davon ausgehen, dass der Planet nicht existiert, so ergäben sich mehr Probleme als Erklärungen dafür, das Sonnensystem so zu erklären, wie es ist. Ohne Planet Nine stünde man plötzlich also vor fünf Rätseln, die es zu erklären gälte.”

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Schon 2016 hatten Brown und Batygin die ersten drei dieser auf Beobachtungen beruhenden Indizien in einem Fachartikel im “Astronomical Journal” beschrieben:

– Sechs bekannte Objekte im Kuiper-Gürtel, einer Region aus Eiskörpern jenseits der Bahn des Neptun, am Rand des Sonnensystems, haben alle die gleichen elliptischen Umlaufbahnen, die zudem alle in eine Richtung weisen. “Das allein wäre ohne Planet Nine schon sehr ungewöhnlich und verdächtig”, so Batygin.

– Hinzu kommt nun aber, dass alle diese Objekte auch noch auf die gleiche Weise im vergleich zur sonstigen Planetenebene des Sonnensystems um ca. 30 Grad geneigt sind.

– Schon damals zeigten Simulationen, dass Planet Nine noch mehr Objekte in gleicher Weise abgelenkt und teilweise sogar noch stärker (um bis zu 90 Grad zur Ebene) geneigt haben müsste – so er existiert. Und tatsächlich entdeckten die beiden Astronomen, dass fünf genau solcher Objekte bereits bekannt waren.


Bahndiagramme von 9 transneptunischen Objekten, deren Bahn von Planet Nine beeinflusst sein könnte.

Copyright: Tomruen (via WikimediaCommons) CC BY-SA 4.0

– Darüber hinaus zeigte eine von Batygins Studentinnen, dass der beschriebene neunte Planet auch alle anderen Planeten unseres Sonnensystems im Verlauf der vergangenen 4,5 Milliarden Jahre um genau jene 6-7 Grad beeinflusst hätte, wie deren Bahnebene gegen die Drehachsenebene der Sonne geneigt ist (…GreWi berichtete). “Langfristig wird Planet Nine die gesamte Systemebene zum wackeln bringen, ganz ähnlich wie ein Topfdeckel auf einem Tisch”, erläutert Batygin.

– Der bislang letzte indirekte Beleg für die Existenz eines weiteren großen Planeten sind jene Objekte im Kuiper-Gürtel, die entgegengesetzt zu allen anderen Himmelskörpern die Sonne umrunden. “Der Bahneinfluss, den Planet Nine ausübt, würde nun erklären, warum diese Körper, die ursprünglich aus dem äußeren Teil des Kuiper-Gürtels stammen, in dessen inneren Teil gelandet sind.”

Kein anderes Modell kann das alles erklären. (…) Diese Objekte wurden zunächst von Planet Nine aus der Planetenebene herausgedreht um dann wieder von Neptun eingefangen zu werden.”

Woher der beschriebene Planet Neun aber stammt, darüber herrscht auch unter seinen Befürwortern noch keine Einigkeit. Batygin selbst erklärt, dass er sich mit dieser Frage noch nicht ausführlich beschäftigt habe. Zuerst wolle er den Planeten finden und direkt nachweisen. “Wenn wir ihn dann gefunden haben, können wir auch mehr über seine Herkunft sagen.”

Neben der Theorie, dass es sich dabei um einen von unserer Sonne eingefangenen Planeten eines anderen Sonnensystems handeln könnte, (…GreWi berichtete), könnte es sich bei Planet Nine auch um eine sonneneigene sogenannte Super-Erde handeln. Tatsächlich rätseln Astronomen schon lange darüber, warum die meisten bislang bekannten Mehrfachsysteme um andere Sterne solche Planeten von der bis zu 10-fachen Masse unserer Erde haben, unsere Sonne aber nicht. Planet Nine könnte also unsere bislang fehlende Super-Erde sein.

Derzeit suchen Brown und Batygin mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii erneut nach ihrem Planeten (…GreWi berichtete) und sind zuversichtlich schon in absehbarer Zeit erfolgreich zu sein – wenn der Planet tatsächlich existiert…

© grenzwissenschaft-aktuell.de

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