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April 27, 2018

Trotz Sanktionen: Zahl der Nicht-Residenten in Finanzsphäre wächst


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Ausländische Unternehmen wollen nicht den russischen Bankensektor verlassen – ungeachtet der internationalen Russland-Sanktionen und der damit verbundenen Risiken, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Mittwoch.

Davon zeugt eine Studie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität. Ihr zufolge in Russland insgesamt 170 Banken blieben, deren Besitzer bzw. Mitbesitzer ausländische Unternehmen sind. Im Vorkrisenjahr 2014 hatte diese Zahl bei 251 gelegen. Die größten von ihnen sind die italienische UniCredit und Intesa sowie die österreichische Raiffeisenbank. Darüber hinaus sind in den letzten Jahren gleich mehrere Finanzinstitute mit chinesischem Kapital nach Russland gekommen.

Das gesamte Stammkapital aller Banken unter Beteiligung von Ausländern beträgt aktuell etwa 2,5 Billionen Rubel (fast 36 Milliarden Euro nach dem aktuellen Wechselkurs). In den letzten zwölf Jahren ist es um 2,1 Billionen Rubel gewachsen.

„Besonders attraktiv für ausländische Steuerzahler bleiben Banken mit 100-prozentiger Beteiligung ausländischen Kapitals“, geht aus dem Bericht hervor. „Aktuell arbeiten in Russland 67 Banken dieses Typs, wobei 45 Organisationen ein Stammkapital von mehr als einer Milliarde Rubel haben.“

Dabei üben die von Ausländern vollständig kontrollierten Banken eine ausgewogenere Kreditpolitik mit geringeren Risiken aus als die meisten russischen Banken. Das sei positiv für ihre allgemeine finanzielle Stabilität. Die Zahl der Ausländer im russischen Bankenwesen sei zwischen 2005 und 2014 konsequent gewachsen.

„Für Intesa gibt es keine besonderen Finanzrisiken, denn hinter uns steht eine starke Mutterbank“, sagte der Aufsichtsratschef der Bank Intesa, Antonio Fallico.

Ein Sprecher der russischen Tochter der niederländischen Credit Europe Bank sagte, man erwarte, dass das Interesse ausländischer Investoren für den russischen Markt immer größer werde. „Wir sind sicher, dass die russische Wirtschaft sich weiter erholen und stabil und nachhaltig wachsen wird“, betonte er.

Einige ausländische Kreditinstitute mussten Russland aber verlassen, stellte der Direktor des Bankeninstituts bei der Moskauer Higher School of Economics, Wassili Solodkow, fest. „Geblieben sind entweder Banken, die hier ein großes Netzwerk von Niederlassungen haben und sich im Grunde mit jeder russischen Bank messen könnten, oder Kreditorganisationen, die in Russland ihre eigenen oder andere grenzüberschreitende Geschäfte finanzieren.“

In Russland werden große Investitionsprojekte umgesetzt, deren Kreditierung für Ausländer günstig sei, meint seinerseits Juri Twerdochleb von der Russischen Akademie der Volkswirtschaft und des Staatsdienstes;

„Das Kapital fließt normalerweise dorthin, wo die Situation stabil bleibt und wo man mit Profiten rechnen darf. Der russische Bankenmarkt ist interessant für ausländische Investoren, weil sie hier etwas kreditieren können. Die russische Regierung startet große Investitionsprojekte auf verschiedenen Gebieten; Löhne bzw. Gehälter wachsen – wie auch die Nachfrage, und dann werden auch immer neue Kredite vergeben“, erläuterte der Experte.

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