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Dezember 15, 2017

„Im Angriffsfall 15 Minuten, um Bunker zu finden“ — RT Deutsch


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Die immer aggressivere Rhetorik im Nordkorea-Konflikt verstärkt in den USA und verbündeten Ländern in Südostasien die Sorge vor einem möglichen atomaren Angriff. Für Hersteller von Schutzbunker-Systemen bedeutet das volle Auftragsbücher.

Gary Lynch, der Generalmanager des Unternehmens Rising S aus Murchison, Texas, darf sich seit einigen Monaten über randvolle Auftragsbücher freuen. Sein Unternehmen stellt weltweit Schutzräume her, vom Schutzbau gegen Stürme über Panikräume bis hin zum Atombunker.

Der Hintergrund des Geldregens ist die verschärfte Rhetorik zwischen Washington und Pjöngjang, die eine militärische Eskalation zwischen den USA und Nordkorea immer wahrscheinlicher zu machen droht.

Etwa 90 Prozent unserer weltweiten Aufträge in letzter Zeit hängen mit der Rhetorik Nordkoreas zusammen“, erklärte Lynch gegenüber dem konservativen US-Portal PJ Media.

US-Bundesstaat Hawaii testet Warnung vor Atomangriff

Allein in den USA machen 30 bis 40 Prozent aller Aufträge für das Unternehmen solche aus, die auf die steigenden Spannungen zwischen dem Weißen Haus und Nordkorea zurückzuführen sind. Mehrere Raketentests vonseiten Pjöngjangs und Manöver der USA und ihrer Verbündeten in der Region hatten zu wechselseitigen Kriegsdrohungen zwischen beiden Ländern geführt.

Erinnerungen an den Kalten Krieg

In der Vorwoche hat Nordkorea sogar eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete getestet, die in der Lage sein soll, das gesamte Territorium der Vereinigten Staaten zu erreichen. Zuvor hatte Pjöngjang mehrfach Raketen getestet, die in der Lage gewesen wären, im Pazifik gelegene Inseln wie Guam oder Hawaii zu treffen, die zum US-amerikanischen Hoheitsgebiet gehören.

Lynch schildert weiter, dass viele Menschen, die in den 1950er Jahren geboren wurden, sich nun in ihre eigene Kindheit zurückversetzt fühlten, als an ihren Grundschulen regelmäßig Alarmübungen stattfanden, in denen Kinder das korrekte Verhalten im Fall eines Angriffs mit Atomwaffen einüben sollten. Die Ängste aus der Zeit des Kalten Krieges seien zurückgekehrt und hätten vor allem unter jungen Menschen einen neuen Sinn für Bedrohungen hervorgerufen.

Zuvor kannten sie so etwas nur aus Geschichtsstunden oder Geschichten, die ihnen ihre Eltern und Großeltern erzählt hatten“, so Lynch. „Jetzt betrachten sie das alles als ein realistisches Szenario und sagen: Hey, das kann wieder passieren.“

Auf Hawaii werden erstmals seit Jahrzehnten künftig wieder am ersten Freitag des Monats jene Sirenen heulen, die die Bevölkerung vor einem Angriff mit Atomwaffen warnen sollen. Auf diese Weise sollen die Menschen auf der Inselgruppe regelmäßig daran erinnert werden, dass ein atomarer Angriff durch Nordkorea in den Bereich des Möglichen gerückt ist und dass es geboten sei, sich mental auf ein solches Szenario einzustellen.

Mehr zum Thema: Kim Jong-un spricht nach Raketentest von „historischem Erfolg“ – Seoul fordert weitere Sanktionen

Hawaii rechnet mit 18.000 Toten im Angriffsfall

Bereits im letzten Sommer hat die Katastrophenschutzbehörde des Bundesstaates Hawaii eine knappe Handreichung publiziert, die den Bürgern eine Orientierung geben soll, was diese an Verhaltensregeln beachten sollten, um einen nuklearen Angriff zu überleben.

Handreichung für das Verhalten im Fall eines Atomangriffs, herausgegeben von der Katastrophenschutzbehörde des US-Bundesstaates Hawaii.

Was die Behörden jedoch einräumen müssen, ist, dass den Bewohner im Falle, dass das Schlimmste eintritt und Nordkorea einen Atomschlag gegen die Inselgruppe verübt, nur sehr wenig Zeit bliebe, um in einem Betonbunker oder einer ähnlichen Einrichtung Platz zu finden.

Vern Miyagi, der Leiter des hawaiianischen Katastrophenschutzes (EMA), mahnt:

Das Pazifik-Kommando [der Streitkräfte] würde etwa fünf Minuten brauchen, um einen Raketenstart zu charakterisieren und zu klären, wohin diese unterwegs ist. Das bedeutet, die Bevölkerung hätte etwa 15 Minuten, um einen Schutzraum aufzusuchen. Das ist nicht viel. Aber genug Zeit, um sich selbst eine Chance zu verschaffen, zu überleben.

Miyagi geht zwar davon aus, dass es „sehr unwahrscheinlich“ ist, dass Nordkorea seine Atomraketen ausgerechnet auf Hawaii abfeuern würde. Allerdings geht die Katastrophenschutzbehörde davon aus, dass ein Nuklearangriff bedeutsame Infrastruktur auf der Inselgruppe, wie Landstraßen, Autobahnen und Gebäude, zerstören würde.

Donald Trump: USA stufen Nordkorea als Terror-Unterstützer ein

Die EMA geht davon aus, dass 90 Prozent der 1,4 Millionen Bewohner Hawaiis den ersten Einschlag einer Rakete überleben würden. Allerdings sei zu erwarten, dass etwa 18.000 Menschen sterben und 120.000 traumatisiert oder durch starke Verbrennungen geschädigt würden.

Wir halten nichts zurück, wir beschönigen nichts“, erklärt Miyagi. „Das ist, was wir tatsächlich erwarten. Wir möchten sichergehen, dass die Öffentlichkeit das versteht. Es ist keine gute Sache.“

In Japan mehr Umsatz als auf Hawaii

PJ Media berichtet, dass Hawaii über nicht viele Atombunker verfügt und trotz der Spannungen mit Nordkorea nicht plant, neue zu errichten. Aus dem Kalten Krieg gebe es noch Hinweisschilder auf allen massiven Betongebäuden, dass diese ein potenzieller Unterschlupf im Angriffsfall wäre. Angesichts der 15-minütigen Vorwarnzeit würden sich vor allem diejenigen retten können, die das Glück haben, sich im Augenblick des Angriffs gerade in der Nähe einer solchen Einrichtung zu befinden.

PJ Media wirft die Frage auf, ob darob die Idee des Schutzbunkers im eigenen Garten auf Hawaii nicht einen Boom erlebe. Lynch hält das für denkbar. Dennoch sei der Auftragszuwachs für Rising S in Japan ungleich größer als auf der Inselgruppe, wo bei Wahlen regelmäßig die Demokraten die Nase vorn haben.

Entweder seien Liberale nicht sehr leicht zu erschrecken oder sie glaubten nicht, dass Nordkorea oder irgendein anderes Land einen Angriff gegen Amerika unternehmen würde.

Hawaii ist nicht für konservative Politik bekannt“, so Lynch. „Und etwa 80 Prozent unserer Kunden sind konservative Wähler. Deshalb sehe ich auf Hawaii keinen übergroßen Einfluss auf unser Geschäft.

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