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Mai 24, 2018

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger | NachDenkSeiten – Die kritische Website


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Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger


Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Aufbau Gegenöffentlichkeit, Strategien der Meinungsmache

Weil wir den Aufbau von Feindbildern und Spannungen zwischen dem Westen und Russland für gefährlich halten, und weil aus unserer Sicht die Kriegsgefahr wächst, weisen wir Sie immer wieder auf entsprechende Dokumente hin. Am Ende dieses Textes vom 2. Februar Willy Wimmer zum Wahnsinn der deutschen Politik im Umgang mit Russland haben wir eine Rede des britischen Generalstabschefs verlinkt. Angelika Eberl hat entscheidende Teile dieser Rede für die NachDenkSeiten übersetzt und in Fußnoten kommentiert. Dafür herzlichen Dank. Die Rede ist ein wichtiges Dokument. Sie zeigt, wie sich westliche Führungskräfte auf den Kriegspfad, jedenfalls auf den Weg der Konfrontation begeben haben. Das kann man bezogen auf den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger auch an seinen Texten ablesen. Und beides wird vermutlich die Münchner Sicherheitskonferenz prägen. Achten Sie darauf. Albrecht Müller.

Eine Vorbemerkung zu den Inhalten:

Da Angelika Eberl die wichtigsten Aussagen des britischen Generalstabschefs Carter kommentiert hat, kann ich mich auf das aus meiner Sicht Alarmierende beschränken:

  • dass der oberste Militär der Briten offensichtlich die Geschichten zur angeblichen Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten des Westens glaubt und schlimm findet und überhaupt nicht berücksichtigt, dass der Westen und herausragend auch sein eigenes Land GB diese Art von Einmischung unentwegt und tatsächlich wirkungsvoll und im eigenen Interesse betrieben haben und betreiben,
  • dass Carter die Bedrohung des Westens durch Russland als besonders bedrohlich darstellt, indem er Russland eine militärische Vorwegstrategie unterstellt und damit den möglichen Erstschlag des Westens zu begründen versucht;
  • dass Carter wie auch Ischinger die Geschichte der neu gewachsenen Konfrontation zwischen West und Ost verkürzt erzählt und damit den Russen die Verantwortung für die neue Konfrontation und den möglichen Ernstfall eines Krieges zuschreibt. Siehe zu dieser Methode auch meine Rede bei der Medien- und Friedenskonferenz in Kassel: Wie können wir uns gegen Manipulation und Irreführung schützen? Wie gewinnen wir die Freiheit unseres Denkens zurück?

    Siehe dort B.

Nun also zunächst:

Betreff: Rede v. General Sir Nicholas Carter, Chief of the General Staff. Er ist seit 2014 der oberste Militär der britischen Armee.

Im Folgenden die Übersetzung eines Ausschnitts aus seiner Rede vom 22. 1.2018 beim Royal United Services Institute in UK

Bei 18:18, (Nachdem der eingeblendete Film zu Ende ist):

„… Nun müssen wir natürlich akzeptieren, dass dies informationelle Kriegsführung vom Feinsten ist, aber ich denke, Sie würden zustimmen, dass es eine eindrucksvolle Menge an Fähigkeiten darstellt. Nun, der andere Teil der Bedrohung ist, wie man die Absicht einschätzt. Ich will in keiner Weise behaupten, dass Russland in der herkömmlichen Definition des Begriffs in den Krieg ziehen will, aber es gibt Faktoren, die sich auf die Frage der Intention beziehen, und man muss die russische Psyche verstehen, Russlands Kultur und Russlands Philosophie des Vorbeugens.

Ich meine, Russland könnte Feindseligkeiten früher einleiten,[1] als wir erwarten, und viel früher, als wir es unter ähnlichen Umständen tun würden. Höchstwahrscheinlich werden sie ruchlose Aktionen nach der Definition im Artikel 5 des NATO-Vertrags[2] nutzen, um die Fähigkeiten der NATO zu untergraben und die Struktur zu bedrohen, die unsere eigene Verteidigung und Sicherheit gewährleistet. Das ist das „Teile und Herrsche,“[3] das die internationale Ordnung verhindern soll.

Ich glaube nicht, dass es mit kleinen grünen Männchen beginnen wird. Es beginnt mit etwas, was wir nicht erwarten.[4] Wir sollten das, was wir bisher gesehen haben, nicht als Vorlage für die Zukunft nehmen. Es wird einige geben, die sich fragen werden, ob Russland sich selbst im Niedergang begriffen sieht und sich daher nun eher in der Lage sähe, in den Krieg zu ziehen als in der Zukunft, was es dazu ermutigt, jetzt an Krieg zu denken?

Vielleicht sollte man die heutige Situation mit dem Jahr 1912 vergleichen, als das russische zaristische Kabinett feststellte, dass es besser sei, jetzt zu kämpfen, denn 1925 wäre Russland im Vergleich zu einem modernisierten Deutschland zu schwach. Japan zog natürlich ähnliche Schlussfolgerungen im Jahr 1941. Und Russland macht sich Sorgen, denke ich, dass der Westen im nächsten Jahrzehnt einen technologischen Vorteil erlangen wird.

Ich vermute allerdings, dass das größte Risiko das Risiko einer Fehleinschätzung ist. Der jüngste Fehlalarm in Hawaii, der vor einer ankommenden Rakete warnte, ist ein Hinweis darauf, wie einfach es ist, sich zu verkalkulieren. Vor allem, wenn der Grad der Militarisierung signifikant hoch ist. So etwas haben wir nur allzu lebhaft gesehen, als der Flug MH17 über der Ukraine im Jahr 2014 abgeschossen wurde.

Vor kurzem sprach William Perry, Verteidigungsminister unter Bill Clinton, der nur allzu vertraut ist mit Fehlalarmen, da er 1979 durch einen Anruf eines Nachtwachen-Büros geweckt wurde und dachte, er „sei dabei, den Holocaust zu erleben.“ Und natürlich leitete er auch die Abrüstung von Atomwaffen in den 1990er Jahren. Er warnte davor, dass die Bedrohung zurückkehrt, ich zitiere:

“Weil die USA und Russland heute einander mit einer Feindseligkeit gegenüberstehen, die die geopolitischen Gefahren des Kalten Krieges wiederherstellt … und weil die USA und Russland ihre Atomwaffenarsenale wieder aufbauen, die die militärischen Gefahren des Kalten Krieges wiederherstellen.“

Jetzt können Sie darüber streiten, inwieweit die Desinformationsbemühungen des Kremls verschiedene westliche Länder beeinflusst haben, aber die Hauptauswirkung bestand darin, gewöhnliche Russen davon zu überzeugen, dass der Westen eine Bedrohung darstellt. Wir wurden zum Feindbild gemacht,[5] ob es uns gefällt oder nicht, und wie auch immer die wirkliche Situation ist.

Außerdem haben wir auf unserer Seite nicht das gleiche Verständigungsniveau wie während des Kalten Krieges, und die bewährten Systeme und diplomatischen Instrumente sind nicht mehr das, was sie einmal waren: Vertrauensbildende Maßnahmen, Abrüstungsverhandlungen, öffentliche Überwachung und Inspektion der militärischen Aktivität des jeweils anderen usw. Als der Einsatz nach der russischen Intervention in der Ukraine erhöht wurde, wurde das Gespräch schwierig. Jetzt muss es natürlich nicht so sein.

Wir müssen uns jetzt nicht um ein symmetrisches Spielfeld[6] kümmern, wie man es im Kalten Krieg gesehen hat, sondern um ein asymmetrisches, in dem es weitaus mehr Spieler gibt. Wir sollten also nicht davon ausgehen, dass das Geschehen im Pazifik nicht mehr Aufmerksamkeit der USA auf sich ziehen würde als das in Europa, und wir sollten uns meiner Meinung nach vor Selbstzufriedenheit hüten. Die Parallelen zu 1914 sind stark zu erkennen. Unsere Generation hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges an Kriege der Wahl [Anmerk. d. Übers.: Er sagt tatsächlich „wars of choice“?!] gewöhnt, aber wir haben vielleicht keine Wahl, was den Konflikt mit Russland angeht,[7] und wir sollten uns an Trotzkys Spruch erinnern, dass Sie vielleicht nicht am Krieg interessiert sind, aber der Krieg an Ihnen interessiert ist.[8]

Was sollten wir also anders machen? Ich denke, wir sollten zunächst einmal anerkennen, dass Russland Stärke respektiert und Menschen, die sich ihnen entgegenstellen. Der ursprüngliche Plan für die Ukraine sah vor, deutlich mehr Gelände zu bekommen.[9] Russland war jedoch vom ukrainischen Widerstand überrascht und musste sich mit weniger zufrieden geben.

Wir sollten die Schwächen Russlands erkennen und dann asymmetrisch dagegen vorgehen. Zunächst einmal sollten wir uns vielleicht darum bemühen, in den Nachbarstaaten echte institutionelle Kapazitäten zu schaffen, damit sie die Kraft und das Vertrauen haben, sich gegen Russland zu behaupten und die innere Widerstandsfähigkeit zu stärken, um dem Druck standzuhalten, der darauf abzielt, sie von innen her zu stürzen. [Anmerk. d. Übers.: Unterstellt er etwa Russland, dass es Regime Changes anstrebe? Dabei ist das doch eine Spezialität westlicher Geheimdienste und westlicher NGOs, wie OTPOR, Open Society Foundation, NED… .]

Wir sollten die Energieabhängigkeit von Russland weiter verringern. Wir sollten die russische Bevölkerung darüber informieren, was wirklich vor sich geht. Wir sollten unsere kritischen Infrastrukturen schützen,[10] also etwa die Bedeutung des Internets, und wir sollten uns bemühen, unsere eigenen Anfälligkeiten für bösartigen russischen Einfluss und Desinformation zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu verringern.[11]

Als nächstes müssen wir, meiner Meinung nach, unsere Bereitschaft zeigen, uns zu engagieren. „Boots on the ground“ ist im Moment nicht gerade ein Begriff, der positiv besetzt ist, aber unsere Verbündeten an der Ostflanke der NATO wissen es absolut zu schätzen, dass ein Infanteriezug eine Staffel von F-16-Mehrkampf-Flugzeugen wert ist, wenn es um Einsatzbereitschaft geht. [Anmerk. d. Übers.: Er plädiert also für Bodentruppen, nicht nur für Flugzeuge!]

Die Bedeutung, die wir dem Zusammenhalt der Allianz beimessen, ist für uns unverzichtbar. Das ist unser Schwerpunkt, und daher denke ich, dass das Konzept von SDSR 2015 [Anmerk. d. Übers.: Das ist der Strategic Defence and Security Review 2015] über „International by Design“[12] absolut richtig ist und alles, was die britische Armee im Moment tut, ist, herauszufinden, wie sie das Konzept „International by Design“ umsetzen kann. Wir sind uns bewusst, dass unsere Kommunikationssysteme offen sein müssen, damit unsere Verbündeten sich in sie einklinken können. Daher ist die Interoperabilität von entscheidender Bedeutung.

Und bei der Interoperabilität ist es unsere Priorität, dass wir in der Lage sein müssen, sicher zu kommunizieren, aber auf einer geheimen NATO-Ebene und nicht nur auf der Ebene des Vereinigten Königreichs [Eyes ].[13] Es ist wichtig, ein gemeinsames Lagebewusstsein zu haben und imstande zu sein, Brandherde digital zu kontrollieren, um sich gegenseitig zu unterstützen. Für mich ist daher von entscheidender Bedeutung, dass eine neue Form der taktischen, landgestützten Kommunikation in Betrieb genommen werden kann. Und um dies zu erreichen, ist unsere Beziehung zum britischen IT-Sektor auch von entscheidender Bedeutung.

Aber es ist auch wichtig, dass unsere menschlichen Beziehungen optimiert werden, und so ist etwa das kombinierte Technikregiment, das wir mit der Bundeswehr in Minden in Deutschland teilen, ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man Lasten teilen kann und dadurch leistungsfähiger wird, ähnlich wie wir es auch in der Partnerschaft mit unseren französischen Alliierten tun durch das CJEF.[14]

Als nächstes denke ich, dass wir weiter daran arbeiten müssen, die NATO zu verbessern. Wir müssen erkennen, dass es bei der Einsatzbereitschaft auf Schnelligkeit ankommt. Es geht um Schnelligkeit des Erkennens, Schnelligkeit der Entscheidungsfindung und Schnelligkeit der Zusammenführung von Einsatztruppen.

25:48 … Ende der Übersetzung des Teils der Rede.

Appell:

Liebe Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten,

bitte nehmen Sie diese Rede ernst und kommen Sie in großer Zahl zur Friedensdemonstration am 17. Februar 2018 ab 12:30 Uhr an den Karlsplatz/Stachus nach München, um ein Zeichen zu setzen gegen die Intentionen der sogenannten Münchener „Sicherheitskonferenz.“

Mit friedensstarken Wünschen
Angelika Eberl

Und jetzt noch zu Herrn Ischinger:

Er ist der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, früher hochrangiger Beamter der Bundesrepublik Deutschland und auch deren Pensionär.

Auf zwei Beiträge von Herrn Ischinger möchte ich hinweisen:

Zum ersten auf ein Interview mit IP, der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik unter der Überschrift „Sie sehen nur die Spitze des Eisbergs

Der folgende Ausschnitt ist interessant

IP: 2008 markierte ja überhaupt einen Wendepunkt für die euro-atlantische Sicherheitspolitik …

Ischinger: In der Tat. Damals wurde klar, dass eine neue Epoche in den West-Ost-Beziehungen angebrochen war – nach der berühmten Rede Wladimir Putins auf der Sicherheitskonferenz 2007, gefolgt vom so genannten kleinen Krieg in Georgien im Sommer 2008 und dem damit neu aufbrechenden Ost-West-Gegensatz. Heute muss man diesen Gegensatz als Konflikt bezeichnen, und das, nachdem wir noch Mitte der 1990er Jahre gedacht hatten, alles im Griff zu haben, etwa durch die NATO-Russland-Grundakte, die ich als Verhandlungsführer für die Bundesrepublik mit aushandeln durfte. Wir erwarteten seinerzeit, dass das Ende der Geschichte des West-Ost-Konflikts erreicht war und dass wir in eine neue Phase eintreten würden. In der deutschen Außenpolitik gab es manche, die noch von der Modernisierungspartnerschaft redeten, als sich abzeichnete, dass Putin 2008 umgeschaltet hatte und dass Russland das in dieser Form nicht mehr wollte, aus einer ganzen Reihe von Gründen.

Da wird sichtbar, dass auch Wolfgang Ischinger den typischen Trick anwendet, die Geschichte verkürzt zu erzählen. Darüber, was der Westen Russland im Vorfeld des Umschaltens des russischen Präsidenten und der russischen Regierung – datiert auf 2007 – zugemutet hat, wird nicht mehr gesprochen: die NATO-Osterweiterung, die Kriege des Westens in Jugoslawien und im Irak werden genauso wenig erwähnt wie die imperialen Strategien eines Brzeziński und eine Reihe anderer Äußerungen und Ereignisse, die die Regime-Change-Strategie des Westens erkennen ließen.

Ischinger ist ein reinrassiger Atlantiker, geschmückt mit einigen verbindlichen Erklärungen auch zugunsten einer Verständigung. Aber das sind Verzierungen; sie betreffen nicht den Kern.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel von Wolfgang Ischinger in der New York Times vom 11. November 2016.

Das war eine Art Begrüßungsartikel für den neugewählten Präsidenten der USA, Trump. Ischinger warf sich für die Interessen des Militärs und der NATO in die Schanze. Er bot mehr Rüstung auf europäischer Seite an. Und welche Interessen dieser deutsche Diplomat vertritt, das wird in folgendem Satz erkennbar, den ich freihändig zu übersetzen versuche:

„Aber wo immer Herr Trump in der Welt hinschauen wird, er wird nirgendwo bessere Partner für die Arbeit daran finden, die US-amerikanischen strategischen Interessen zu sichern und als Multiplikator für seine militärische Macht zu dienen.“

Original Englisch: „But wherever Mr. Trump looks, he will not find better partners to work with to secure America’s strategic interests and to serve as force multipliers for its military power.“

Für so jemanden zahlen wir deutschen Steuerzahler die Pension und obendrauf Hunderttausende von Euro für sein und der Nato Spielzeug, die Münchner Sicherheitskonferenz.



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