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Februar 20, 2018

Ukrainische Soldaten wollen nicht „Ruhm der Ukraine!“ rufen


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Politik

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Ukrainische Soldaten sind über die neue Initiative Kiews, den militärischen Gruß in der ukrainischen Armee zu ändern, nicht gerade begeistert. Viele weigern sich laut dem Nachrichtenportal „Strana.ua“, ihre Kollegen und Vorgesetzte mit einem nationalistischen Ruf zu begrüßen.

„Der bisherige Gruß war mir irgendwie lieber“, zitiert das Portal einen Soldaten namens Juri. „Mal ändert man unsere Barette, mal den Gruß. Sie sollten sich lieber mit einer besseren Versorgung und Ausbildung der Armee beschäftigen – und nicht auf dem Papier, sondern in Wirklichkeit. Und sie sollten die Diebe in den Stäben in den Knast schicken“, sagte er weiter.

Zuvor hatte das ukrainische Ministerkabinett vorgeschlagen, den nationalistischen Ruf „Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden!“ als militärischen Gruß bei der Armee einzuführen. Das ist die Losung der nationalistischen Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA). Die UPA wurde 2014 in Russland per Beschluss des Obersten Gerichts zu einer extremistischen Organisation erklärt. Im Jahr 2016 hatte das polnische Parlament die Verbrechen der UPA gegen die polnische Bevölkerung als Genozid eingestuft.

Ein weiterer Militärangehöriger brachte gegenüber dem Portal seine Entrüstung zum Ausdruck: „Wir sind keine UPA, wir sind die ukrainische Armee. Mein Großvater würde mich nicht verstehen – er lebt noch und unterstützt durchaus die Ukraine, aber ohne den Nationalismus.“ Die Armee sei ein Staat in sich. Sie müsse abseits der Politik stehen. „Und dieser Gruß stinkt drei Meilen gegen den Wind nach Politik.“

Die Initiative fand bei einigen Militärs auch Anklang. „Ein durchaus vernünftiger Vorschlag. Man hätte schon längst auf den alten sowjetischen Gruß verzichten sollen“, so Jaroslaw K., ein Offizier der Frontaufklärung. 

Der Ruf „Ruhm der Ukraine – den Helden Ruhm!“ werde sowieso schon inoffiziell unter den Soldaten verwendet. „Es ist an der Zeit, das auch offiziell zu machen“, zitiert das Blatt Alexander D., einen Freiwilligen, der im Donbass kämpft.

Seit dem Regierungswechsel infolge von Protesten im Jahr 2013, auch bekannt als „Euromaidan“, erfolgt unter der Regierung des Präsidenten Petro Poroschenko eine verstärkte nationalistische Politik, die Konfrontationen mit Russland und seit Neuem auch mit Polen einschließt.

Die ukrainische Regierung hatte 2015 im Zuge der sogenannten „Dekommunisierung“ mehrere Gesetze zum Verbot „sowjetischer Propaganda“ verabschiedet. Die Maßnahmen sahen die Entfernung aller sowjetischen Denkmäler und die Umbenennung von Plätzen und Straßen vor, die Namen sowjetischer Politiker, Militärs und anderer Persönlichkeiten tragen.

 

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