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Februar 20, 2018

Die „politischen Spiele“ sind hiermit eröffnet


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Die Trennung von Sport und Politik ist eine Illusion – faire und saubere Spiele aber auch. Olympia ist im Lauf der Geschichte immer wieder zur Bühne für politische Aktionen geworden. Auch 2018 scheitern Olympia und IOC daran, den eigenen Richtlinien gerecht zu werden.

Als Pierre de Coubertin 1894 die antike Idee der Olympischen Spiele aufgriff und ihr mit der modernen, internationalen Version neues Leben einhauchte, hatte er ein „Treffen der Jugend der Welt“ im Sinn. Einer Jugend, die sich in sportlichen Wettbewerben messen und für Völkerverständigung sorgen sollte. Unpolitisch sollten Coubertins Spiele sein und für Teilnehmer aller Nationen frei zugänglich. Olympia sollte ausdrücklich keine Bühne für politische Botschaften bieten. „Ich erkläre hiermit die Olympischen Spiele von …, mit welchen die … Olympiade der modernen Ära begonnen wird, für eröffnet“ – das war alles, was der offizielle Repräsentant des jeweiligen Gastgeberlandes sagen durfte. Die politische Unabhängigkeit sollte das ebenfalls von Coubertin ins Leben gerufene Internationale Olympische Komitee (IOC) gewährleisten.

Während am heutigen Freitag die 23. Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang feierlich eröffnet werden, kann man sich mit Blick auf die Skandale und hitzigen Debatten im Vorfeld schon fragen: Was ist von Coubertins Idee noch übrig? Wie viel Politik steckt hinter den Entscheidungen des IOC und seines Präsidenten Thomas Bach, der von den Zuschauerrängen aus mit gefälligem Lächeln der gemeinsamen nord- und südkoreanischen Delegation zuwinkt?

Die „politischen Spiele“ haben Tradition

Dass die „politischen Spiele“ kein Problem der jüngeren Zeit sind, dürfte selbst denjenigen bekannt sein, die sich nicht sonderlich für Sport interessieren. Die Olympischen Spiele 1936 in Nazi-Deutschland kommen einem in den Sinn. Oder jene 1972 in München, als palästinensische Terroristen elf israelische Sportler als Geiseln nahmen und bei der missglückten Befreiungsaktion Geiseln, Terroristen und ein Polizist starben. Südafrika wurde wegen seines rassistischen Apartheid-Regimes mehrmals von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Die militärische Intervention in Afghanistan brachte der Sowjetunion 1980 den Boykott der Spiele in Moskau durch 64 Länder ein, darunter auch die BRD. Und 1984 boykottierten im Gegenzug die Sowjetunion, die DDR und 17 weitere Staaten die olympischen Spiele in Los Angeles.

Auch einzelne Athleten haben immer wieder für Aufsehen gesorgt. Zum Beispiel durch politisch motivierte Gesten wie die erhobenen schwarzbehandschuhten Fäuste der afroamerikanischen Läufer Tommie Smith und John Carlos bei der Siegerehrung 1968 in Mexiko-Stadt, mit denen sie ihre Solidarität mit der „Black Power“-Bewegung bekundeten. Oder durch Doping-Skandale wie 1988 bei den Sommerspielen in Seoul, als der Jamaikaner Ben Johnson nur einen Tag nach seinem sensationellen Sieg im 100-Meter-Finale des Dopings überführt wurde.

Dass jedoch ein ganzes Land dadurch bestraft wird, dass gezielt Athleten aus diesem Land ausgeschlossen werden, obwohl keinerlei Beweise für den Gebrauch unerlaubter Substanzen gegen sie beigebracht werden konnten – das ist neu. Dass das IOC sich selbst nach Entlastung der russischen Sportler durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) weigert, die Sportler zu den Spielen einzuladen, ist ein Schlag ins Gesicht. Und dass da politische Motive gewiss eine Rolle spielen, ist zumindest eine naheliegende Vermutung.

Solidarität und Völkerfreundschaft nicht mehr zeitgemäß?

Haben die Herren der Ringe ihre eigenen Richtlinien vergessen? In der Olympischen Charta ist der Anspruch der Spiele folgendermaßen formuliert:

„Die olympische Bewegung setzt sich zum Ziel, einen Beitrag zum Aufbau einer friedlichen und besseren Welt zu leisten, indem sie die Jugend mit Hilfe des Sports erzieht, eines Sports, der, auf jede Form der Diskriminierung verzichtend und in olympischem Geist ausgeübt, gegenseitiges Verstehen, den Geist der Freundschaft, Solidarität und Fairplay erfordert.“

Nun lässt sich der kompromisslose Kampf gegen Doping wohl mit den „erzieherischen Werten“ und „Fairplay“ begründen. „Freundschaft“, „Solidarität“ und „Verzicht auf jede Form der Diskriminierung“ klingen nach dem Ausschluss der russischen Athleten jedoch kaum noch glaubwürdig.

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