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Februar 20, 2018

Schluss mit dem Tierwohl-Theater! | foodwatch


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Tiere werden durch die Lebensbedingungen in Ställen massenhaft krankgemacht. Noch-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will uns weismachen, dass mit seinem neuen Tierwohl-Label alles besser wird. Dabei ist es nur ein weiteres, rein freiwilliges Siegel und obendrein viel zu lasch. Mit seinem Vorschlag ignoriert Herr Schmidt das Leid von Millionen von Nutztieren und führt uns Verbraucherinnen und Verbraucher in die Irre. Was wir jetzt dringend brauchen, ist eine echte Wende in der Tierhaltung – die das Leben ALLER Tiere nachhaltig verbessert:

Jetzt unterzeichnen!

Hallo und guten Tag,

die Bilder der Internationalen Grünen Woche, der großen Messe für Landwirtschaft und Ernährung, die derzeit in Berlin stattfindet, sind an Absurdität kaum zu überbieten: entspannte Kühe, quietschlebendige Schweine, glückliche Legehennen. Dabei sieht die Realität in Deutschlands Ställen anders aus. Jedes vierte tierische Produkt stammt von einem kranken Tier. Lungenentzündungen, Knochenbrüche, schwere Eutererkrankungen – millionenfaches, vermeidbares Leid, jeden Tag. Und das nicht nur bei großen konventionellen Betrieben, sondern auch auf kleinen Bio-Höfen. Denn obwohl Tiere in Öko-Haltung etwas mehr Platz und Auslauf haben, kommt es auch dort laut Studien zu ähnlich vielen Krankheitsfällen. Unter anderem verursacht durch schlechtes Stall-Management. Doch über massenhafte Tierkrankheiten will niemand reden!

Stattdessen überhäufen uns Politiker und Industrie-Vertreter auf der Grünen Woche mit neuen Tierwohl-Initiativen und Güte-Siegeln. Statt Fakten über das Elend in den Ställen zu liefern, geht es nur um Wohlfühl-Rhetorik. Die Grünen etwa wollen die 0-1-2-3-Haltungs-Kennzeichnung wie bei Eiern auch für Fleischprodukte. Und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt verspricht den Durchbruch mit einem staatlichen Tierwohl-Label: Es soll auf Produkten kleben, die tiergerecht produziert wurden. Mit jedem Einkauf sollen wir Kundinnen und Kunden das Leben der Tiere verbessern können. Doch was die Grünen und Herr Schmidt verschweigen: Konkrete Vorgaben für die Gesundheit der Tiere sucht man bei den Vorschlägen vergeblich. Ob das Produkt wirklich von einem gesunden Tier stammt, können wir beim Einkauf nicht erkennen. Selbst Optimisten versprechen sich durch Haltungskennzeichnungen und Siegel nur geringe Marktanteile. Das bedeutet also für die übergroße Mehrheit der Tiere: auch weiterhin massenhaft Schmerz und Leid, jeden Tag – und das, obwohl die Bundesregierung gemäß Artikel 20a des Grundgesetzes den verfassungsmäßigen Auftrag hat, nicht nur für einige, sondern für ALLE Nutztiere tiergerechte Bedingungen durchzusetzen!

Das geplante Tierwohl-Label ist genauso wie eine 0-1-2-3-Kennzeichnung nur eine Pseudo-Lösung, die eine echte Verbesserung des Lebens alle Nutztiere eher verhindert. Wir brauchen klare gesetzliche Vorgaben für die Erfassung und Verringerung von Krankheiten in den Ställen. Denn auf manchen Höfen gibt es massive Gesundheitsprobleme und auf anderen so gut wie keine – und zwar unabhängig von der Betriebsgröße, egal ob bio oder konventionell. Machen Sie jetzt mit und fordern Sie mit uns eine echte Tier-gesund-haltungs-wende!

Jetzt Aktion unterschreiben!

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