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Mai 27, 2018

Europäischer Energiemarkt: Bekommt Russland einen gefährlichen Konkurrenten?


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Wirtschaft

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Russland ist der wichtigste Gasexporteur auf den europäischen Markt, jedoch will die EU bereits seit Längerem die Abhängigkeit von Russland im Energiesektor reduzieren. Nun kommt für Brüssel möglicherweise ein Land infrage, das vor kurzer Zeit noch selbst Gas importierte, berichtet das russische Wirtschaftsmagazin „Expert“.

Nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem Ägypten große Energiemengen importieren musste, könnte dieses Nahostland der neue Lieblingspartner der EU werden, wenn es um Gasexporte nach Europa geht.

Wie „Expert“ berichtet, machte sich dies zuletzt im April bemerkbar, als Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, nach Kairo reiste, um energiepolitische Verhandlungen zu führen.

Sein Besuch in Ägypten habe „seinen Optimismus über die strategische Partnerschaft zwischen der EU und Ägypten im Energiebereich für die Jahre 2018-2022“ unterstrichen, so das Wirtschaftsmagazin. Bereits in naher Zukunft könnte ein Energievertrag zwischen Brüssel und Kairo unterschrieben werden.

Die Transformation von Ägypten von einem Gasimporteur in einen —exporteur sei dabei möglich geworden, nachdem im östlichen Mittelmeer mehrere große Gasfelder entdeckt worden seien. An der Erschließung dieser Felder seien verschiedene westliche Energieriesen beteiligt, wie etwa der italienische Gigant Eni sowie Shell und BP – aber auch die russische Rosneft.

Um seine Energiesicherheit zu erhöhen, wolle Brüssel nun Gas aus Ägypten, Israel und Zypern importieren und so den Wegfall der eigenen Erdgasförderung kompensieren. Brüssel verberge dabei nicht die Tatsache, dass es Ägyptens Gas brauche, um die Gasversorgung zu „diversifizieren“ – also in erster Linie die Abhängigkeit von Russland zu senken.

Ob allerdings die EU so einfach an das ägyptische Gas kommen werde, sei keineswegs sicher, denn der ägyptische Minister für Erdöl, Tarek Al Molla, erklärte bereits, dass Kairo zehn von elf ägyptischen Gasfeldern im Mittelmeer an geeignete Investoren versteigern werde.

Und unter den potenziellen Betreibern würden sich keineswegs nur Öl- und Gasriesen aus den USA und Europa finden, sondern auch Investoren aus Russland, China und der arabischen Welt.

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