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Juni 25, 2018

Politik muss Leben schützen, nicht das linke Weltbild



Meine Tochter hat im Spanisch-Test am Montag eine glatte Eins Plus bekommen – volle Punktzahl! Für kommenden Freitag hat die Schule zum Konzert der Musikschüler eingeladen. Dort wird sie Klavier vorspielen. Ich habe das Stück, das sie spielen wird, sieben Trilliarden mal daheim auf dem Klavier gehört, aber ich werde selbstverständlich applaudieren. Ich werde auf sie stolz sein, denn sie ist in meinem Team!

Nichts ist eitel Sonnenschein, auch nicht die Erziehung dieser wunderbaren Tochter. Oh Nein! Man muss ehrlich sein.

Nehmen wir etwa den gestrigen Tag. Das war auch wieder so eine Sache, ich sage es Ihnen! – Gestern sind wir mit ihr Schuhe kaufen gegangen. Die Tochter durfte sich die neuen Schuhe selbst aussuchen und sie vor Ort ausprobieren. Sie behielt die neuen Schuhe gleich an, so begeistert war sie von ihren neuen Mädchenschuhen.

Wir gingen noch in den Supermarkt. Wir bummelten etwas herum. Bald stellten Elli und ich fest: Die Tochter verlor ihre neuen Schuhe! Sie fielen ihr buchstäblich von den Füßen herunter!

Das Tochterherz hatte sich selbst eingeredet, beim Anprobieren, dass die Schuhe ihr passten. Sie waren auch hübsch! Schwarz elegant, doch weich und glitzernd, traumhaft – nur eben deutlich zu groß. Eine kleine Größe hatte es nicht gegeben.

Das also, liebe Leser, ist derzeit das größte Problem, das ich mit meiner Tochter habe: Sie hat sich Mädchenschuhe gekauft, die ihr zu groß sind. Sie wird vielleicht hineinwachsen, doch für den Augenblick müssen wir ein weiteres Mal losziehen und schicke Mädchenschuhe kaufen. Spätestens bis Freitag, denn dann ist Klavierkonzert!

All die Dreckskerle

Eine 14-Jährige wurde ermordet aufgefunden. Ich lese die Meldung. Ich sehe ihr Bild. Sie könnte meine Tochter sein. Ich beginne, die Details der Tat zu lesen. Ich kann nicht weiterlesen.

Der Hauptverdächtige ist ein 20-jähriger Iraker, ein »Flüchtling«. Vor was ist er »geflohen«? Er ist wieder im Irak und damit »doppelt« Flüchtling. Er ist nun mit dem Flugzeug abgereist, obwohl, so lese ich, bereits nach ihm gefahndet wurde.

Der Hauptverdächtige ist im Merkel-Selfie-Jahr nach Deutschland gekommen. Damals schrieb die BILD in großen Lettern: »Refugees Welcome!« – Dann passiert etwas. Was? – Heute schreiben sie andere Schlagzeilen.

Das Mädchen ist tot. Die Mutter, was sagt man der Mutter – Worte fehlen. Was waren die letzten Gedanken des Kindes? »Mama, Papa, bitte hilf mir«? – Auch nur der Ansatz, mich in die Eltern hineinzudenken, öffnet in mir ein lähmendes Vakuum. Während ich diese Zeilen schreibe, weil zu schreiben meine verfluchte Aufgabe ist, spüre ich, dass ich um ein schwarzes, leeres Loch herum tippe. Ich will mit Ihnen teilen, was ich denke. Ich denke: Wenn ein Kind schon sterben muss, wenn es das Schicksal unbedingt so will, dann doch bitte an einer Krankheit. Da kann man sich verabschieden, die Hand halten, in die Augen sehen und dann die Augen schließen. Oder ein tragischer Unfall. Plötzlich, zack, vorbei.

Nur nicht das.

»Martyrium dauerte eine ganze Nacht«, lesen wir, und »missbraucht, erdrosselt, verscharrt«.

Journalisten haben ein kurzes Gedächtnis. Ich bin kein Journalist. Im Gegenteil! Ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit häufiger das Wort »Verachtung« benutze. Ich verachte all die Hypermoralisten und Journalisten, die sich ob eines unpassenden Wortes über das Dritte Reich erregen und empören, die aber ganz kalt ob eines vergewaltigten und ermordeten Mädchens kühl warnen, dass die Opposition es ausschlachten könnte.

Markus Pretzell hat nach Breitscheidplatz getwittert: »Es sind Merkels Tote.«

Man war sehr empört. Die Polizei München wollte es strafrechtlich prüfen lassen, sagte deren Social Media Beauftragter. (welt.de, 21.12.2016)

Ein Moralphilosoph, klüger als ich, möge mir bitte erklären, wieso einzig die große Vorsitzende Merkel als einziger Mensch dieser Welt nicht für die absehbaren Folgen ihrer Taten die Schuld trägt.

Ich bin der Verantwortungslosigkeit müde. Ich kann diese Kanzlerin und ihre willigen journalistischen Schoßhündchen nicht mehr sehen, ohne dass sich mir der Magen hebt.

Wird meine Empörung vorübergehen? Sie wird abklingen. Sie wird nicht verschwinden. Dafür ist es zu oft passiert. Zu oft. Das Kind bleibt tot.

Dieses Kind wird keinen Musikunterricht besuchen. Dieses Kind wird keine guten oder schlechten Noten mehr bekommen. Dieses Kind wird nur noch ein Paar Mädchenschuhe tragen, die im Sarg.

Man hat mit dem Verarbeiten des Geschehenen eben erst begonnen, da dröhnt schon von allen Seiten das Propaganda-Geschwätz, das Schlimmste an der Tat sei, dass es jene politische Kräfte bestätigt, die davor warnten. Nein, ist es nicht. Mit Abstand nicht. Wie gleichgeschaltet Roboter beschimpfen sie jeden, der solche Taten verhindern möchte, mit ihren ewig gleichen Hass-Vokabeln. Das Motto der Guten und Gehorsamen: »Stirb leise, sonst bist du ein Nazi!«

Das ist eben heute der Unterschied zwischen Linken und Nicht-Linken: Linke folgen einer Ideologie und opfern dafür Menschenleben, Nicht-Linke wollen einfach nur leben.

All die Dreckskerle, die sich über ein politisch unkorrektes Wort mehr empören als über ein totes Kind, wie soll man mit Menschen von solcher Kälte ins Gespräch kommen? Wie beginnt man ein Gespräch mit einem Fanatiker, dessen Wertegerüst bei Gehorsam beginnt und gleich wieder endet?

Selbstverständlich ist Politik dafür da, das Leben der Bürger zu schützen. Selbstverständlich bestätigt ein solch brutaler Mord die Standpunkte jener, die exakt davor gewarnt hatten. Das ist der Unterschied zwischen heutigen Linken und mir: Linke wollen, dass Politik das linke Weltbild schützt (dafür haben sie NetzDG, GEZ etc.) – ich will, dass Politik das Leben der Bürger schützt. Ich nehme für den Schutz des Lebens auch Schäden am linken Weltbild in Kauf – die nehmen für den Schutz des linken Weltbilds auch Schäden am Leben in Kauf.

Ich kenne keinen höheren Wert als das Leben. Ich will eine Politik, die das ebenso sieht. Es sind an Wahnsinn grenzende Zeiten, wenn das überhaupt diskutiert werden muss.

Wahre Worte im Bundestag

Schnitt. Im Film funktioniert es so einfach: Ein Schnitt und die Szene wechselt.

Es ist wieder Bundestagssitzung.

Es sind bittere Zeiten, es sind die Hochzeiten der Gutmenschen. Darf man heute Humor haben? Vielleicht ist die gegenteilige Frage die richtige: Darf man keinen Humor haben? Ein alter Witz: »Der Kapitän schreibt ins Logbuch des Schiffes: ›Der erste Offizier war heute betrunken!‹ – Am nächsten Tag führt der erste Offizier das Logbuch, und er schreibt hinein: ›Der Kapitän war heute nüchtern!‹«

Drei Mal in den letzten Jahren wurden wahre und wichtige Worte im Bundestag gesprochen. Vielleicht öfter, aber drei Wahrheitsvorkommen erscheinen mir in diesem Moment als wichtig.

Frank Schäffler zitierte 2011 den heiligen Augustin: »Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine Räuberbande.« (cicero.de)

Wolf Biermann nannte die Ex-SED »Drachenbrut, elender Rest«. (n-tv.de, 7.11.2014)

Gottfried Curio fragte die Kanzlerin: »Wann treten Sie zurück?« (zeit.de, 6.6.2018)

Es gibt heute weitere, ebenfalls wichtige politische Fragen in Deutschland, aber keine wichtigeren als diese eine: Wann tritt Frau Merkel zurück? (Gleich danach kommt: Wie verhindert man, dass sie sich klont und etwa in Form von Frau Kramp-Karrenbauer de facto an der Macht bleibt und Deutschland weiter Schaden zufügt?)

Welche Partei spricht für mich?

Mancher fragt mich, welche Partei ich denn unterstütze. Man fordert mich auf, ganz öffentlich für diese oder gegen jene Partei zu sprechen.

Es ist die falsche Frage. Lassen Sie mich erklären. Es gibt einen Unterschied. Merkels Politik ist der größte politische Zivilisationsbruch in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Politik, auch solche, gegen die ich bin, war bislang vor allem nervig, manchmal auch teuer. (Gelegentlich war sie auch erhaben, siehe Wiedervereinigung – aber da waren SPD und Grüne ja lange Zeit dagegen. »Nie wieder Deutschland« demonstrierten sie – das dürfen wir nicht vergessen.)

Wenn die Grünen mir Windräder vor die Nase stellen und mein Fleisch vom Teller nehmen, dann werde ich zwar murren, ich werde versuchen, es auch innerlich zu akzeptieren. Es ist ja der Mehrheitswille, und der Demokrat in mir sagt, dass eine demokratische Entscheidung auch meine ist.

Merkels Politik ist tödlich. Menschen sterben, weil Merkel und ihre Möglichmacher die Grenzen ohne Kontrollen geöffnet haben, weil jeder ohne Sicherheitscheck einreisen darf und keine Behörde weiß, wer eigentlich im Land ist und was er tut. Das ist etwas anders als Sojaschnitzel am Donnerstag.

Ich werde eine Partei unterstützen, der ich zutraue, Merkels tödliche Politik demokratisch zu beenden – oder zumindest mit ernster Energie dagegen vorzugehen. Veggie-Day war 2013; das war dumm, aber harmlos. Die Zeiten sind andere. Heute gilt Merkels Welteinladung, und Menschen sterben elendig daran. Wenn Menschen sinnlos und unnötig sterben, darf der Demokrat keine andere Priorität haben, als dieses Sterben zu beenden und wieder Sicherheit herzustellen.

Die Frage ist nicht, für welche Partei ich spreche; die Frage ist, welche Partei für mich spricht – und zwar auch über die nächste Wahl hinaus.

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