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Juni 23, 2018

Verändert ein Mord erneut Deutschland?



Vor über 50 Jahren ließ der Tod des Studenten Benno Ohnesorg die Gesellschaft nach links rücken. Der britische »Observer« hält es für möglich, dass die Ermordung der 14-jährigen Susanna Feldman zum Umdenken in der deutschen Migrationspolitik führt.

Der englische »Observer« bringt es auf den Punkt. Es gibt Verbrechen, die so die Öffentlichkeit schockieren, dass es die Debatten radikal verändert – und letztlich die Politik. Dieses kann sich auf den vorherrschenden Zeitgeist auswirken. Für die Baby-Boom-Generation war das Verbrechen der Tod des Germanistik-Studenten Benno Ohnesorg. Dieser nahm am 2. Juni 1967 anlässlich des Besuchs des autoritär herrschenden Schah von Persien in Berlin erstmals in seinem Leben an einer Demonstration teil.  Es sollte auch das letzte Mal sein.

Die Umstände, die zum Tod des angehenden Familienvaters führten, sind nie vollends geklärt worden. Mögliche Beweismittel verschwanden. Kamerabilder zeigen lediglich, dass Ohnesorg das Weite suchte, als Polizisten mit Schlagstöcken auf Demonstranten losgingen, in Richtung eines nahen Hausinnenhofs. Der Polizist Karl-Heinz Kurras schoss ihm von hinten aus nächster Nähe in den Kopf.

Für viele, insbesondere junge Menschen war damals die Folge des staatlichen Vorgehens ein Schock. Ohnesorg wurde zum Märtyrer einer linken Protestbewegung, zum Anfangsmythos der 68er, in deren Folge die bundesdeutsche Gesellschaft nach links rückte.

Es war »der Schuss, der Deutschland veränderte«. Erst vier Jahrzehnte später stellte sich mit der Wiedervereinigung Deutschlands heraus, dass der seinerzeit von linken Kräften wegen seiner kurzen Zeit von 1944 bis 1945 als Wehrmachtssoldat in eine braune Ecke gerückte Karl-Heinz Kurras (Jahrgang 1927) Parteigänger der KPD und SED war und gezielt als Spitzel der DDR-Staatssicherheit mit dem Decknamen IM »Otto Bohl« in die West-Berliner Polizei eingeschleust wurde. Wie wäre wohl Geschichte gelaufen, wenn sich das zu Zeiten der linken 68er-Bewegung herausgestellt hätte, dass der Tod von Ohnesorg auf das Konto eines Kommunisten ging?

Ein Mord, der möglicherweise – wie damals bei Ohnesorg – Veränderung in die deutsche Politik bringen könnte, nur weg von links, ist für den politisch sozialliberal ausgerichteten »Observer« der Tod des 14 Jahre alten Mädchen Susanna Feldman aus Mainz. Obwohl es wesentlich früher einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter und den Ort der Leiche gab, begann die Polizei erst über eine Woche später intensiv zu suchen. Das Mädchen wurde vergewaltigt und erdrosselt. Der mittlerweile geständige Täter ist ein irakischer Kurde namens Ali Bashar, der sich für 20 Jahre alt ausgab, wo aber mittlerweile auch klar ist, dass er ein Jahr älter ist.

Ali Bashar kam mit seinen Eltern und fünf Geschwistern in der Welle von Migranten nach Deutschland, als eine Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grenzen für Flüchtlinge und Asylbewerber öffnete. Die Familie kam aus einen von Kriegshandlungen nicht betroffenem Gebiet und gilt dort als wohlhabend. Trotzdem behauptete sie Kriegsflüchtlinge zu sein. Der Asylantrag wurde 2016 abgelehnt.

Obwohl Ali Bashar mehrfach durch Straftaten wie Gewalt und einem Raub auffiel, wurde er nicht abgeschoben. Als nach dem Mord an Susanna Feldman die Entdeckung drohte, flog die gesamte Familie mit in bar bezahlten Tickets im Wert von etwa 4.500 Euro und plötzlich vorhandenen Passdokumenten in die Heimat zurück. Mit viel Glück konnte jedoch Ali Bashar von kurdischen Sicherheitskräften schnell gefunden und nach Deutschland zurückverbracht werden.

Das grausame Ende von Susanna Feldman scheint nach Einschätzung der britischen Zeitung in Deutschland einen gesellschaftlichen Umbruch einzuleiten. Zwar steht der Fall mittlerweile in einer ganzen Reihe von Gewaltverbrechen, die von seit 2015 hierher gekommenen Migranten an zumeist jungen Frauen verübt wurden, aber immer offener wird diskutiert, dass es so nicht weitergehen kann.

Es tauchen nun Kriminalstatistiken auf, die lange versteckt oder verschleiert wurden. Auch in der bundesdeutschen Politik wird das Thema Migration und Sicherung der Grenzen intensiver denn je diskutiert, zunehmend gerät Angela Merkel wegen ihres weiter migrationsfreundlichen Kurses unter Druck. Es scheint immer wahrscheinlicher, dass ihre Kanzlerschaft vorzeitig beendet sein wird. Dazu trägt auch bei, dass die Umfragewerte der diese Probleme schon länger ansprechenden AfD zu Lasten der etablierten Parteien anwachsen.

Viele Wähler sind besorgt über die aktuelle Entwicklung in Sachen Kriminalität in Deutschland. Immer mehr haben Angst um das Leben und die Sicherheit ihrer Kinder in einer Weise, die sie vor drei Jahren nicht so kannten. Vor allem für Unmut sorgt, dass gegen einen Missbrauch des in der Sache schützenswerten Asylrecht nicht vorgegangen wird und abgelehnte Asylbewerber nicht zurückgeführt werden, sogar in dieser Duldung kaum geahndete Straftaten begehen können, die sich dann im Umfang steigern, in einzelnen Fällen dann auch bis zum vermeidbar gewesenen Mord.

Was den Tod des Mädchen Susanna Feldman noch schwerer macht, ist sicher auch ihre Zugehörigkeit zur Jüdischen Gemeinde in Mainz. Es ist unklar, ob ihre religiöse Zugehörigkeit bei dem Vergewaltigungs- und Tötungsverbrechen eine Rolle spielte, doch das Anwachsen des Antisemitismus in Deutschland durch muslimische Migranten rührt in einem Land, das sich nach 1945 in einer besonderen Verantwortung für das jüdische Leben sieht, allzu deutlich an den Wurzeln. Ein Weiter so kann es mit Merkel nicht geben, wenn jüdisches Leben in Deutschland wieder in seiner persönlichen Sicherheit ernsthaft bedroht ist.



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