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Juli 21, 2018

Renteneintrittsalter in Russland steigt – während der WM. Brot und Spiele…



Renteneintrittsalter in Russland steigt – während der WM. Brot und Spiele…

In Russland ticken die Uhren auch nicht anders als im Westen und in der Menschheitsgeschichte überhaupt. In Russland wird demnächst eine Rentenreform durchgepeitscht, die das Eintrittsalter von 55 Jahren – für Frauen – bzw. 60 für Männer anheben wird. Noch ist die russische Nationalmannschaft beim WM-Turnier dabei. Dies stellt sicher, dass die Proteste geringer ausfallen.

Medwedjew beeilt sich…

So hat die Regierung um Dmitri Medwedjew den Gang der Dinge eingeläutet. Der Entwurf sieht vor, dass die Russen bis zum Alter von 63 bzw. zum Alter von 65 (Frauen und Männer unterschiedlich) werden arbeiten müssen, nach und nach jedenfalls. Der Entwurf wird, wie es heißt, in den Regionen noch „erörtert“, um dann tatsächlich verabschiedet zu werden.

Dabei sind während der Fussball-WM Protestkundgebungen sogar noch verboten – dies könnte die Regierung noch einmal beflügelt haben, ausgerechnet jetzt tätig zu werden.

Doch ist dies nur die eine Seite der Medaille. Westliche Medien stellen es analog zu den Vorgängen hierzulande gerne so dar, als habe Putin dies alles bewusst so inszeniert. Zweifel sind indes angebracht. Zum einen konnte der Präsident nicht wissen, dass die Nationalmannschaft so erfolgreich sein wird und die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zum anderen kommt der Entwurf nicht überraschend.

Lange geplant

In Russland wird das Rentenalter dem Vernehmen nach zum ersten Mal nach dem zweiten Weltkrieg überhaupt angehoben – und gefährliche bzw. gesundheitsschädliche Tätigkeiten sind davon noch ausgenommen. Zustände, von denen wir in Deutschland wohl lediglich träumen. Zudem ist die demographische Entwicklung analog zu Deutschland fast ausweglos – immer weniger Junge müssen immer mehr Alte mitfinanzieren.

Das geht nur dann, wenn die Beiträge steigen, länger gezahlt werden oder weniger lange als Rente ausgezahlt werden. Das war in Russland bekannt. Insofern ist die Kritik an der Inszenierung „Brot und Spiele“ in Deutschland scheinheilig – beim Thema Rente hat die Regierung allenfalls die Demonstrationen etwas eindämmen können.

Das Bild jedoch passt in die Berichterstattung zur WM. Anfangs wurde vermeldet – in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten – „kaum glückliche Gesichter in Russland“. Offensichtlich plumpe Agitation.


 



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